wpfceb622e.png

wpcd70603f.png

wpb7ea4b60.png

wp163eb6d0.png

wp931e1050.png

wp443de579.png

wp3f012b85.png

wp4a78f5f6.png

wp406644c1.png

wp67516ecb.png

wpfcf7ceba.png

wpfb183406.png

wpec368ea4.png

wp34913bcc.png

wp790e966b.png

wp01e000cb.png

wp33ff0216.png

wp7a43ca19.png

wp8df194b5.png

wp590868bf.png
wpa27cd8d9_0f.jpg
wpd7201781_0f.jpg
wp8e48ac54.gif
Counter
wp8ea4aceb_0f.jpg

Stand: 06.01.2009

Landschaften, Wetter und Klima in Apulien & Gargano

 

Anders als in den meisten Regionen Italiens ist Apuliens Land-schaft nicht unmittelbar vom Apennin und seinen Ausläufern geprägt. Der Apennin, das geomorphologische Rückgrat des Lan-des, weicht vor Apulien zurück und knickt nach Süden ab. Nur 1 % der Gesamtfläche Apuliens ist gebirgig, ansonsten formt sich diewp07a758a1_0f.jpg Landschaft aus karstigem Hügelland (45 %) und sanften Tief-ebenen (54 %). Zwei Meere, das Adriatische und das Ionische, säumen eine fast 800 km Lange Küstenlinie, die sich abwechselnd flach und sandig oder wild zerklüftet zeigt. Mit durchschnittlich 300 Sonnentagen im Jahr, einem heißen Sommer, angenehm milden Frühlings- und Herbstmonaten, einem kurzen, nahezu frostfreien Winter und geringen Niederschlagsmengen gehört Apulien zu den wärmsten Zonen Europas. Für klimatische Turbulenzen sorgen nur die unberechenbaren Winde.

 

Für allzu nüchterne Geologen besteht Apulien lediglich aus einer gewaltigen Kalksteintafel, die im Lauf der erdgeschichtlichen Ent-wicklung verkarstet ist. Flüsse im Sinn von ständig wasser-führenden Strömen gibt es - bis auf den Ofanto - keine. Das hört sich steinig und trocken an, klingt nach einem kahlen, durch-lässigen Boden, in dem alles Wasser sofort versickert. Doch dunkelrote Erde, ein Verwitterungsprodukt der Karstbildung, hat wp41bfaf45_0f.jpg sich wie ein dünner, aber fruchtbarer Teppich über den steinigen Boden gelegt; und die unzähligen Wasserläufe, die sich immer nach starken Regenfällen bilden, haben die Entstehung der Schwemmlandebenen begünstigt. Von Norden nach Südosten lässt sich Apulien grob in vier charakteristische geografische Gebiete unterteilen, den Gargano, den Tavoliere, die Murgia (auch Murge genannt) und den Salento.

 

Der Gargano bzw. II Promontorio del Gargano (Promontorio = Vorgebirge) wird von einem mächtigen Kalksteinmassiv gebildet, das bis auf eine maximale Höhe von 1.000 m ansteigt. Wie eine Halbinsel ragt dieser Sporn des italienischen Stiefels weit ins Adriatische Meer hinein. Rein geologisch gehört das Gebiet zum gegenüberliegenden Festland. Die wellige Kalktafel steckt voller landschaftlicher Überraschungen. Einen Höhepunkt dieses 1991 zum Nationalpark erklärten Gebiets bildet die Foresta Umbra, ein letzter Rest des einstigen apulischen Urwalds. Die vegetationsreiche Küste der Gargano-Halbinsel ist weitgehend zerklüftet und offenbart sich als Baderevier allererster Ordnung. Schon hier kann man sich den apulischen Urlaubstraum voll erfüllen.

Der Tavoliere erstreckt sich als sanfte Tiefebene um die Provinzhauptstadt Foggia und stößt am Golf von Manfredonia ans Meer. Diese 3.000 qkm große Ebene ist die grate zusammenhängende landwirtschaftliche Nutzfläche Apuliens. Nahezu menschenleer und extensiv bewirtschaftet, stellt der Tavoliere eine der wichtigsten Vorratskammern ganz Italiens dar. Der spröde Reiz dieser monotonen Agrarlandschaft liegt in der Mischung aus dunklen Erdfarben und blühenden Feldern unter blauem Himmel.

 

Die Murgia, das apulische Kernland, offenbart sich als sehr abwechslungsreiche und fruchtbare Karstlandschaft. Die Hoch-Murgia, das auf mehrere hundert Meter ansteigende Hinterland der Provinz Bari, ist stark zerklüftet und wird von Gravine, langen canyonartigen Schluchten durchzogen. Diese Erosionstäler sind während der letzten Eiszeit entstanden. Die Höhlen- und Grottenbildungen der Murgia erklären sich aus den geologischen Eigenschaften des Karstbodens. Die zahlreichen Schluchten und Höhlen des apulischen Kernlandes waren lange Zeit natürliche Zufluchtsstätten der Bevölkerung. Zur Küste hin flacht die Murgia stufenweise ab und wird immer fruchtbarer. Die dicht besiedelte Costa di Bari ist ein ertragreiches Bauernland mit uralten Olivenpflanzungen. Die mit Abstand schönste Kulturlandschaft Apuliens, das Valle d'Itria, das berühmte Trulli-Land, offenbart wie kein anderes Gebiet die Fruchtbarkeit der apulischen Karstregion.

 

Der Salento (salentinische Halbinsel) besitzt zwei unterschiedliche landschaftliche Gesichter. Im Nordwesten von Lecce erstreckt sich der flache Tavoliere di Lecce, ein bis auf den letzten Zentimeter erschlossenes Landwirtschaftsgebiet mit den graten Weinfeldern der Region. Die salentinische Murgia südlich von Lecce bildet im Binnenland einen auf maximal 200 m ansteigenden Karstrücken. Dieser äußerste Zipfel Apuliens ist steinig, vegetationsreich und dicht besiedelt zugleich. Die salentinische Küstenlandschaft zeigt sich an ihrer adriatischen Seite felsig und zerklüftet, bricht aber am ionischen Ufer zunehmend auf und wird immer badetauglicher.

Klima und Jahreszeiten: Früh endet der apulische Winter. Das Itria-Tal kündigt den Frühling zuerst an; dann verwandelt sich diese herrliche Kulturlandschaft in ein Farbenmeer aus Mandel- und Obstbaumblüten, und die rostrote Erde beginnt zu leuchten. Das Frühjahr ist die Reisezeit für Genießer. Von Juni bis September herrscht der Sommer, und die Temperaturen erreichen Spitzenwerte über 40 °C - Badesaison für ganz Italien, auch die Schulferien beginnen bereits Mitte Juni und enden erst Mitte September. Das subtropisch-mediterrane Klima Apuliens gerät durch die starken, unberechenbaren Winde manchmal durcheinander. Gelegentlich streicht aus dem nahen Afrika der feucht-heiße Wüstenwind Scirocco herüber und macht Mensch und Tier fast besinnungslos vor Hitze. Aber auch ohne Scirocco ist im Hochsommer zwischen 13 und 16 Uhr kaum ein Mensch auf den Straßen zu entdecken, dann sind die Fenster und Türen der Wohnhäuser zum Schutz vor der Mittagsglut wirkungsvoll verrammelt. Ein kräftiger Wind der warmen Jahreszeit ist auch der Libeccio, der aus südwestlicher Richtung weht. Bisweilen pfeift aber auch der trocken-kühle Fallwind Bora aus nordöstlicher Richtung über Apulien hinweg und fügt der Landwirtschaft zum Teil schwere Schäden zu. Erst im Herbst, ab Ende Oktober, setzen die Niederschläge langsam ein, dann ist auf den Landstraßen mitunter Vorsicht bei Überschwemmungen geboten.

Die kurzen Winter sind mild, mit Durchschnittstemperaturen von 6 bis 9°C über dem Gefrierpunkt. Auf dem Gargano und in den Hochlagen des Hinterlandes fällt manchmal Schnee. Es gibt aber durchaus überraschende Kälteeinbrüche im apulischen Kernland - wie etwa im Februar 1993, als die Trulli-Dächer von Alberobello tagelang mit Schnee bedeckt waren, oder im Januar 2002, als Tiefsttemperaturen in Verbindung mit extremer Trockenheit Land und Leute peinigten. Wer also in den Wintermonaten unterwegs ist, sollte sich immer vom Vorhandensein einer funktionierenden Heizung im Hotelzimmer überzeugen.

 

(Quelle: Michael Machatschek - Apulien)