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Stand: 06.01.2009

Routen und Touren

 

Italiens Sporn -Tavoliere und Gargano

 

Die Provinzmetropole Foggia, eine der Lieblingsstädte Friedrich II, ist Ausgangspunkt und Ziel dieser mehrtägigen Rundfahrt, für die man sich unbedingt genügend Zeit lassen sollte. Nach Besichtigung der pulsierenden Stadt geht es Ober eine Schnellstraße in Richtung Manfredonia. Wenige Kilometer vorher zweigt eine Straße nach Siponto ab. Ein kunsthistorisches Muss:wp42a14cf9.jpg die romanischen Kirchen San Leonardo und Santa Maria Maggiore di Siponto. Das betriebsame Manfredonia - hier sollte man vor allem dem mächtigen Stauferkastell mit seinem Archäologischen Museum Beachtung schenken - stellt das Tor zum Gargano dar, dem landschaftlich einzigartig schönen Sporn des italienischen Stiefels, dem leider Bausünden an den Küsten arg zugesetzt haben.

 

Ein Abstecher in die Berge führt uns aber zuvor in einen uralten Wallfahrtsort, in dem seit eineinhalb Jahrtausenden gebetet wird: Monte Sant' Angelo, das in seiner schlichten Frömmigkeit beeindruckende Grotten-Heiligtum des Erzengel Michael. Die Straße führt nun direkt in das Ferienstädtchen Mattinata mit wp36a5d725.gif seinem pittoresken Strand. Wer hier eine Übernachtung einplant, sollte den Markt morgens im Ortskern besuchen. Von hier aus beginnt die Panoramafahrt rund um den Gargano, ein Wechselbad der Gefühle, schwankt man doch ständig zwischen grenzenloser Begeisterung Ober die Schönheiten der Natur und ebensolcher Wut Ober die Bauspekulanten.

 

Vieste, früher ein mittelalterliches Fischerstädtchen in malerischer Lage auf einer ins Meer vorgeschobenen Felsenklippe, verkommt in der Hochsaison zu einem turbulenten Rummelplatz. Nur noch im Frühjahr und Herbst lässt sich vielleicht noch ein Rest des einstigen Zaubers erahnen, auch angesichts des 26 Meter hohen Kalkmonoliths Pizzomunno, dem Wahrzeichen von Vieste, das sich in Strandnähe aus dem Meer erhebt.

 

Da hat sich Peschici noch einiges mehr von romantischer Atmosphäre bewahrt, in dem teilweise von Stadtmauern umgebenen historischen Zentrum. Rund um diesen Ort wurden die vielen kleinen Buchten und Strände der Umgebung leider mit Hotels, Feriendörfern und Campingplätzen zugepflastert. Das gilt ebenso fur Rodi Garganico, einem der Men, von denen aus man das Taucherparadies der noch weitgehend unberührten Trémiti-Inseln erreichen kann. Wir verlassen nun die Küstenstraße, die in weiterer Folge zu den landschaftlich weniger verlockenden Küstenseen Lago di Varano und Lago di Lésina fart, und wenden uns in das Landesinnere. Über lschitella erreichen wir das Agrarstädtchen Vico del Gargano und fahren Bann am Rand der Foresta Umbra, dem zum Nationalpark erhobenen dichten Waldgebiet und Dorado für Wanderer, nach San Giovanni Rotondo, ein dank des 1999 endlich selig gesprochenen Kapuzinermönchs Padre Pio viel besuchter Wallfahrtsort Süditaliens.

 

Nach San Marco in Lamis, einem weiteren Ziel frommer Pilger am Gargano, nähern wir uns wieder der Ebene des Tavoliere und der von repräsentativen Barockbauten geprägten Stadt San Severo. Über Castel Fiorentino, dem Sterbeort Friedrichs II., geht es nach Lucera mit dem großartigen Staufer-Schloss, der eindrucksvollen Stadtmauer und dem gut erhaltenen historischen Viertel rund um die Kathedrale. Vor der Rückkehr nach Foggia sollte man den kleinen Umweg Ober das Städtchen Troia nicht scheuen, dessen Kathedrale zu den Hauptwerken der apulischen Romanik zählt.

Lange: 330 km; Dauer: 2-3 Tage, ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten auf der gesamten Strecke

 

(Quelle: Merian live - Apulien-Gargano)